|
Doch taucht hier auch eine große Herausforderung auf: Ist man in den akustisch optimierten Konzertsälen auf nahezu keine elektronische Verstärkung angewiesen, stellt sich bei einem Open Air Konzert die Situation ein wenig anders dar. Wie erreiche ich 20.000 Menschen unter einer völlig differenten Schallumgebung? Selbstverständlich sind hier nun Mikrofone, Verstärker und Lautsprecher nötig. Und so stehen nicht selten Beschallungsfirmen, die jahrzehntelange Erfahrung mit Rock /Pop und Multimedia gemacht haben, unvermittelt vor der Aufgabe, ein Orchester zu übertragen. Hoch in der Gunst des Publikums liegt die Veranstaltungsform “Rock/Pop meets Classic” oder symphonischer Rock. Diese grenzüberschreitende Verbindung zwischen lautstärkegewohnten Electric-Bands und der etwas filigraner und anspruchsvoller entwickelten Klassikabteilung birgt ebenfalls einiges an Problempotential: Permanent zu leise Streicher, das alles übertönende Drumset, die für die klassischen Musiker ungewohnte und nicht steuerbare Monitorlautstärke auf der Bühne, unsensible Mischungen, die das Orchester zur akustischen Rockband umzumodeln versuchten u.s.w.. Probleme, die schon zu den abenteuerlichsten Lösungsansätzen geführt haben: Das Klassikensemble wird in einen Plexiglasbunker eingesperrt oder die Band auf einer separaten Bühne präsentiert. Zu guter letzt kam dann wohlmöglich alles aus dem Sampler und die Klassiker wurden zu reinen Statisten. Jeder Orchestermanager, der schon einmal mit Beschallung zu tun hatte, kann ein Lied davon singen. |